Investment Update — Hydrogen Portfolio 2025 USD (D) | März 2026
Liebe Investorinnen und Investoren,
das Thema Wasserstoff Investment gewinnt in Europa zunehmend an strategischer Bedeutung. Europas Abhängigkeit von importierter Energie ist eines der drängendsten strukturellen Probleme des Kontinents. Die Antwort darauf wird immer häufiger mit einem Wort verbunden: Wasserstoff. Was lange als Zukunftsthema galt, nimmt heute in der europäischen Realwirtschaft konkrete Formen an — in Pipelines, Elektrolyseuren und Industrieanlagen. Unser Hydrogen Portfolio hat sich in diesem Umfeld gut entwickelt.
Portfolioentwicklung 2025 und 2026
Per Ende März 2026 beträgt die Rendite über zwölf Monate +55,31 %, der YTD-Gewinn liegt bei +17,47 %. Das Jahr 2025 schloss das Hydrogen Portfolio mit einem Zuwachs von +32,47 % ab.
Das Sharpe Ratio beträgt 2.12 und die Korrelation zum MSCI World beträgt nur 0,38 — das Portfolio bietet damit echte Diversifikation und hat sich als eigenständige, alpha-generierende Anlageklasse etabliert.
Nachfolgend erläutern wir den Kontext und unseren Investmentansatz.
Energieunabhängigkeit als strategische Priorität Europas
Europa bezieht heute einen erheblichen Teil seines Energiebedarfs aus politisch instabilen Regionen. Nach dem weitgehenden Wegfall russischer Gaslieferungen hat der Kontinent seine Versorgung auf LNG-Importe umgestellt — aus den USA, aus Katar, aus Norwegen. Die geografische Diversifikation hat die strukturelle Abhängigkeit jedoch nicht aufgelöst. Energie ist — unabhängig vom Lieferland — ein geopolitisches Instrument. Wer Energie importiert, ist verwundbar.
Die Konsequenz, die politische Entscheidungsträger und Industrieunternehmen gleichermassen ziehen: Europa muss Energie zunehmend selbst erzeugen. Erneuerbare Energien liefern den Strom — aber für die energieintensive Industrie, für die saisonale Speicherung und für Hochtemperaturprozesse braucht es einen Energieträger, der speicherbar, transportierbar und vielseitig einsetzbar ist. Wasserstoff ist dieser Träger.
Was in der europäischen Realwirtschaft bereits passiert
Der Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft ist keine Ankündigung mehr — er hat begonnen. Im Dezember 2025 stellte der Netzbetreiber Gascade einen 400 km langen Pipelineabschnitt von der Ostseeküste bis nach Sachsen-Anhalt auf Wasserstofftransport um — der erste operative Baustein des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Dieses Netz soll bis 2032 rund 9.000 km umfassen, mit einem geplanten Investitionsvolumen von über 27 Milliarden Euro. Seit Anfang 2026 können Marktteilnehmer verbindliche Kapazitäten im Netz reservieren.
In der Stahlindustrie sind die Weichen für den Strukturwandel gestellt: ThyssenKrupp baut in Duisburg Europas grösste wasserstofffähige Direktreduktionsanlage (siehe Anmerkung unten) — gefördert mit zwei Milliarden Euro durch Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Die Anlage mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen Direktreduktionseisen soll ab 2028 schrittweise auf vollständigen Wasserstoffbetrieb umgestellt werden und könnte jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Parallel dazu hat Salzgitter bereits einen 100-MW-Elektrolyseur in Betrieb genommen, der 9.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr für das unternehmenseigene Stahlwerk produziert.
In den Niederlanden baut Gasunie den nationalen Wasserstoff-Backbone, der das Land als zentralen Wasserstoff-Hub für Nordwesteuropa positionieren soll. In Lingen planen RWE und BP bis 2027 je einen 100-MW-Elektrolyseur. Und die Europäische Kommission hat ein Infrastrukturpaket mit 240 Milliarden Euro für europäische Wasserstoffnetze bis 2040 angekündigt — verbunden mit einer beschleunigten Genehmigung von 100 Wasserstoff- und Elektrolyseurprojekten.
Der Aufbau geht nicht ohne Reibung vonstatten: Grüner Wasserstoff ist heute noch teuer, die Infrastruktur entsteht schrittweise, und einzelne Industrieprojekte haben ihre Zeitpläne angepasst. Genau diese Übergangsphase — mit ihrer Mischung aus Investitionsdruck, regulatorischen Anreizen, energiepolitischer Notwendigkeit und technologischer Reifung — erzeugt die Kursdynamik, die unser Investmentansatz nutzt.
Anmerkung: Eine Direktreduktionsanlage ist eine Produktionsanlage in der Stahlindustrie, bei der Eisenerz ohne den Umweg über einen Hochofen direkt zu Eisen reduziert wird. Im klassischen Hochofenverfahren wird Koks (aus Kohle) verwendet, um den Sauerstoff aus dem Eisenerz zu trennen — ein Prozess, der grosse Mengen CO₂ erzeugt. In einer Direktreduktionsanlage übernimmt stattdessen ein Reduktionsgas diese Aufgabe, traditionell Erdgas, künftig zunehmend Wasserstoff. Das Ergebnis ist sogenanntes DRI („Direct Reduced Iron“) oder Eisenschwamm, das anschliessend in einem Elektrolichtbogenofen zu Stahl weiterverarbeitet wird. Der entscheidende Vorteil: Wenn Wasserstoff als Reduktionsmittel eingesetzt wird, entsteht als Nebenprodukt nur Wasserdampf — kein CO₂. Damit ist die Direktreduktion mit grünem Wasserstoff der vielversprechendste Weg zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, die heute für rund 7–8 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist.
Unsere Strategie: Momentum-Selektion entlang der Wertschöpfungskette
Das Hydrogen Portfolio investiert gezielt in die Unternehmen mit dem stärksten Kursmomentum aus drei Kernsegmenten: Green Hydrogen Production, Pure Plays und Solution Providers. Die Selektion basiert auf einem konsequenten Momentum-Ansatz — absolutes und relatives Momentum wird fortlaufend analysiert. Wir investieren nur in Titel mit nachgewiesenem Aufwärtstrend und verkaufen konsequent, wenn unsere Kriterien nicht mehr erfüllt sind..
Ausblick
Die Transition hin zu einer eigenständigeren europäischen Energieversorgung ist ein langfristiger Strukturwandel.
Für Investoren kann der Wasserstoffsektor eine sinnvolle Ergänzung darstellen — nicht als Ersatz für Kernpositionen, sondern als eigenständige Renditequelle mit geringer Korrelation zum Gesamtmarkt.
Wir stehen Ihnen gerne für einen fachlichen Austausch zur Verfügung — gerne können Sie direkt mit uns Kontakt aufnehmen.
Weiterführende Informationen
- Wasserstoffstrategie der Europäische Kommission
→ https://energy.ec.europa.eu/topics/eus-energy-system/hydrogen_en - Europäische Wasserstoff-Infrastruktur (European Hydrogen Backbone)
→ https://ehb.eu/ - Wasserstoff-Netzausbau & Projekte von GASCADE
→ https://www.gascade.de/en/hydrogen/hydrogen-in-europe