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Die Raumfahrt erlebt ihren grössten strukturellen Wandel seit dem Space Race der 1960er-Jahre. Während Organisationen wie NASA, ESA und Roskosmos über Jahrzehnte den Takt vorgaben, bestimmen heute zunehmend private Unternehmen die Innovationsdynamik.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die starke Senkung der Startkosten. SpaceX hat mit der Falcon-9-Rakete und dem Konzept der Wiederverwendbarkeit die Kosten pro Kilogramm in den Orbit innerhalb von zehn Jahren um mehr als 90 Prozent reduziert. Was früher Milliarden kostete, kann heute für einen Bruchteil davon realisiert werden – ein Paradigmenwechsel mit unmittelbaren wirtschaftlichen Konsequenzen.

Das Marktvolumen der Weltraumwirtschaft liegt 2025 bei rund USD 450 Milliarden. Bis 2035 wird ein Wachstum auf über USD 935 Milliarden erwartet, was einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von rund 8 Prozent entspricht.

Die New Space Economy ist kein einheitliches Phänomen, sondern setzt sich aus mehreren klar abgrenzbaren Segmenten zusammen. Diese bieten unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile und eröffnen Investoren verschiedene Zugangswege.

Satellitenkommunikation und Erdbeobachtung bilden mit rund 61 Prozent der globalen Weltraumwirtschaft das grösste Segment. Unternehmen wie Starlink verändern die globale Konnektivität grundlegend – mit Auswirkungen auf Telekommunikation, maritime Logistik, Präzisionslandwirtschaft und militärische Aufklärung.

Launch Services und Infrastruktur profitieren von wiederverwendbaren Trägersystemen, miniaturisierten Satelliten und neuen Startplätzen weltweit. Der Markt für Startdienstleistungen soll von USD 14 Milliarden im Jahr 2026 auf rund USD 31 Milliarden bis 2035 wachsen.

Weltraumtourismus und In-Space-Ökonomie sind heute noch Nischensegmente, weisen jedoch hohes langfristiges Potenzial auf. Der Weltraumtourismusmarkt wächst gemäss Prognosen mit einer CAGR von über 22 Prozent und könnte bis 2035 rund USD 16 Milliarden erreichen.

Raumfahrt ist heute weit mehr als Wissenschaft. Sie ist geostrategische Infrastruktur. Die zunehmende Rivalität zwischen den USA, China und Europa beschleunigt staatliche Investitionen in Satellitensysteme, sichere Kommunikationsnetze und autonome Startkapazitäten.

Auch Europa investiert verstärkt in den Aufbau einer unabhängigen Raumfahrtinfrastruktur. Deutschland unterstützt gezielt Unternehmen wie Isar Aerospace, das 2025 erste Startverträge mit der ESA abschloss und bislang mehr als EUR 550 Millionen an privatem Kapital akquirieren konnte.

Für Investoren bedeutet dies: Das Wachstum dieser Industrie ist nicht nur marktgetrieben, sondern wird auch politisch gestützt. Regierungsaufträge, langfristige Konzessionen und strategische Partnerschaften können eine stabilere Erlösbasis schaffen.

Der attraktivste Teil der Space Economy ist für Privatinvestoren derzeit nur begrenzt direkt zugänglich. Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin bleiben vorerst privat. Gerade deshalb ist eine durchdachte Allokationsstrategie entscheidend.

Börsennotierte Zugangswege bieten dennoch verschiedene Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise Rocket Lab als Anbieter von Startdiensten und Raumfahrtsystemen, OHB als europäischer Systemintegrator oder Intuitive Machines im Bereich kommerzielle Mondlogistik. Auch thematische ETFs können eine breitere Partizipation ermöglichen und gleichzeitig das Einzeltitelrisiko reduzieren.

Zu beachten bleibt jedoch: Raumfahrtinvestments erfordern einen langen Anlagehorizont. Technische Rückschläge, Projektverzögerungen und regulatorische Unsicherheiten gehören zu den inhärenten Risiken dieser Industrie.

Die Kommerzialisierung des Weltraums ist längst Gegenwart. Satelliten liefern heute Echtzeitdaten für Lieferketten, Klimaanalysen und globale Kommunikation, während kommerzielle Raketen Fracht zur Internationalen Raumstation transportieren und erste zahlende Touristen die Erdumlaufbahn bereits erreicht haben.

Für Investoren bietet diese Entwicklung eine seltene Gelegenheit: frühzeitig an einem Megatrend zu partizipieren, der sowohl von technologischem Fortschritt als auch von geopolitischen Notwendigkeiten getragen wird. Die Space Economy verbindet Innovation, Infrastruktur und strategische Relevanz zu einem Wachstumsmarkt mit globaler Bedeutung.

Bereits heute investieren wir über unser Innovation Portfolio sowie das NextGenTec Portfolio gezielt in dieses Segment und positionieren unsere Portfolios damit frühzeitig an einem der spannendsten Wachstumsmärkte der kommenden Dekade.

Weitere Literatur:
Mehr zu unserem Investmentansatz finden Sie in unserer Expertise. Als externe Vertiefung empfehlen wir den Bericht des World Economic Forum zur Space Economy, der das langfristige Wachstumspotenzial dieser Industrie einordnet.

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